Rechnungen ins EU-Ausland

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Man muss zwischen 2 Rechnungsarten unterscheiden.

Rechnungen an private Kunden

Ausgangsrechnungen sollten sofort nach dem Erbringen der Leistung geschrieben werden.

Bei Lieferungen ins EU-Ausland kann die Rechnung mit der Ware versandt werden. Die Umsatzsteuerverbindlichkeit an das Finanzamt entsteht, sobald die Leistung erbracht worden bzw. die Lieferung erfolgt ist.

Unterliegen gewerbliche Unternehmer oder Selbständige der Umsatzbesteuerung nach vereinbartem Entgelt, wird die Umsatzsteuer mit der Ausstellung der Rechnung fällig.

Ist die sogenannte Ist-Versteuerung gewählt worden, ist die Umsatzsteuer bei Erhalt des Geldes vom Kunden an das Finanzamt zu entrichten.

Sind die Empfänger der Rechnungen private Kunden, ist die Umsatzsteuer am Sitz des Unternehmens in Deutschland an das Finanzamt zu zahlen.

Eine Ausnahme gibt es bei großen Mengen von Artikeln, die den Charakter eines Warenversandhandels haben.

Bei Überschreiten einer Lieferschwelle in das jeweilige EU-Land, muss sich der deutsche Unternehmer im Empfängerland steuerlich erfassen lassen und die Umsatzsteuer des Empfängerstaates dort an das Finanzamt entrichten. Die Ausgangsrechnungen sind mit der jeweiligen ausländischen Umsatzsteuer extra auszuweisen.

Rechnungen an Unternehmer

Handelt es sich bei dem Empfänger der Leistung oder Lieferung um einen Unternehmer, ist das auf der Rechnung aufzuzeigen.

Werden Rechnungen ins EU-Ausland geschrieben, muss die Umsatzsteuer-Identifikationsnummer des deutschen wie auch des ausländischen Unternehmens auf der Rechnung ausgewiesen werden.

Nach deutschem Umsatzsteuerrecht ist damit die Leistung bzw. Lieferung steuerbar, aber in Deutschland umsatzsteuerfrei. Die Rechnungen ins EU-Ausland werden nur mit dem Nettobetrag geschrieben.

Was muss man weiterhin beachten? Der Paragraf 14 a des deutschen Umsatzsteuergesetzes verlangt, dass bei einer Lieferung auf die Steuerfreiheit hingewiesen wird.

Handelt es sich um eine sonstige Leistung oder um Leistungen im Zusammenhang mit einem Grundstück im übrigen Gemeinschaftsgebiet, ist auf den Übergang der Steuerschuld auf den Leistungsempfänger hinzuweisen. Es handelt sich um das Reverse-Charge-Verfahren.

Der Unternehmer im EU-Ausland ist der Schuldner der Umsatzsteuer des jeweiligen Staates. Er kann andererseits diese Umsatzsteuer in gleicher Höhe als Vorsteuer abziehen.