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Bereits mit dem Schreiben eines Angebotes beginnt die Rechtsverbindlichkeit eines eventuellen Auftrages. Deshalb muss jeder Selbstständige große Sorgfalt in dessen Erstellung investieren.

Sicherlich ist es im täglichen Umgang mit Bestandskunden und auch Neukunden gängige Praxis, bereits während einer Vorort-Besprechung einen Preis zu benennen. Vor allem im Handwerk ist dies weit verbreitet.

Niemand sollte diese Praxis jedoch bei dem gesprochenen Wort belassen, sondern auch dann ein schriftliches Angebot nachreichen. Jeder, sowohl Auftraggeber als auch Auftragnehmer, vermeidet damit die Ungewissheit, ob später bei der Abrechnung Diskussionen über den ausgehandelten Preis oder den vereinbarten Leistungsumfang aufkommen.

Die Eindeutigkeit des Angebotes
Neben den üblichen Angaben zum Unternehmen, den Kundendaten und dem Angebotsdatum muss ein Angebot bestimmte Vorgaben enthalten.

Das Angebot beginnt mit der Überschrift "Angebot". Dann folgt der Leistungstext, der komplett alle Arbeiten und Materialien enthält, die im Angebot enthalten sind. Bei Handwerkerleistungen ist dies die Bau- und Leistungsbeschreibung.

Seriöse Firmen verschweigen darin keine Leistungen, die sie später als Nachtrag anbieten. Ihr zunächst günstiger Preis würde im Nachgang das Vertrauensverhältnis zerstören und der Kunde ist verloren.

Preise und Preisbindung
Alle Preise in diesem Angebot sind verbindlich. Sicher ist es möglich, bei einem Auftragsgespräch eventuelle Rechenfehler oder irrtümlich genannte Preise nachzuverhandeln. Diese Vorgehensweise zeugt jedoch nicht von Seriosität und Gründlichkeit.

Oftmals tritt jedoch der Fall ein, dass der Kunde das Angebot bereits mit der Auftragserteilung quittiert, ohne nachzuverhandeln. Dann sind alle aufgeführten Preise sofort verbindlich.

Besonders wichtig ist dabei die Benennung einer Angebotsbindefrist. Materialpreise und auch Lohnkosten verändern sich. Der Kunde kann sich ohne Bekanntgabe dieser Bindefrist auch später auf das erstellte Angebot berufen. Nachträgliche Diskussionen über hinfällige Preise stören immer das Verhältnis zum Kunden.

Nachweise und Floskeln
Mit dem Schreiben von Angeboten bemüht sich der Unternehmer um Aufträge. Deshalb darf er sich auch mit Referenzen, Zertifikaten usw. präsentieren, die sich auf die konkrete Arbeit beziehen.

Im Schlusssatz darf er selbstverständlich auch zum Ausdruck bringen, dass er die Wertigkeit eines jeden Kunden zu schätzen weiß.